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Der blaue Himmel neigt sich herab, um sich mit den türkisfarbenen und kobaltblauen Kacheln der Kuppeltürme der Moscheen und Medresen, der muslimischen Koranschulen von Samarkand und Buchara zu vereinigen. Die Städte Usbekistans, einst blühende Zentren großer Reiche, fädeln sich wie Perlen auf das Band der alten Seidenstraßen.
Schon der älteste Reiseführer der Menscheit, das "Si-yü-Tschuan" aus dem 1. Jahrhundert vor Christus beschreibt die Reize der Länder westlich von China: Buchara, das den Beinamen sherif, "die Edle" trägt, bedeutet soviel wie "Mittelpunkt der Lehre", und war ein blühendes Wissenschafts-, Kunst-und Kulturzentrum. Samarkand, die "Fruchtbare Ansiedlung", stand in der Antike neben Babylon, Theben, Athen und Rom, und Timur wollte sie zur Hauptstadt der Welt machen.
Die wechselhafte Geschichte hat auch in der Heimat des "weißen Goldes", dem größten Anbaugebiet von Baumwolle, ihre Spuren hinterlassen. Taschkent, übersetzt die "Steinstadt", macht seit dem sowjetischen Wiederaufbau nach dem großen Erdbeben von 1966 ihrem alten Namen in sozialistischer und nachsozialistischer Prägung neue "Ehre". Aber noch immer reisen Traumgestalten aus 1001 Nacht auf der alten Seidenstraße und öffnen in den Weiten Usbekistans die Türen zu Moscheen und Museen unter türkisfarbenem und kobaltblauem Himmel. |